Blicke im Vorüberziehen
In der Ferne
Der Fluss im Silberglanz
Am Fenster im Lichterschein
Lauscht er auf das Nahen des Zuges
Erleuchtete Abteilfenster schlängeln heran
Blitzen auf zwischen den Streben der Brücke
Für einen kurzen Moment
Erblickt er ein geöffnetes Fenster
Langes Haar flatternd im Wind
In den Abend schaut sie hinaus
Das Abteilfenster herabgezogen
Fahrtwind brist herein verweht ihr Haar
Auf der Anhöhe ein Lichtfleck
Gelbes Quadrat in der Dunkelheit
Schemenhaft eine Gestalt
Einander entgleitend
Die schwach umrissene Gestalt
Das wehende Haar
Der Waggon kreuzt den Bahnübergang
Verschwindet im Einbruch der Nacht
Samadhi
Raum
Pastell die Farben
Eine Matte sonst
Nichts
Eine Orchidee nur
Weiß
Davor sie verharrt im Fokus
Im Blick die Pflanze unverwandt
Stille
Ihre Gedanken verschmelzen
Mit weißen Blüten
Ganz da
Ganz hier
Samadhi
Denken überstiegen
Versenkung und
Ineinanderaufgehen im
Wesenskern ihrem
Selbst
Aurikel Teufelsblum
Die Aurikel, immergrün und krautig
Voller Anmut
In zitronengelbem Gewand
Frühling ist‘s wenn sie erblüht
Dann wenn auch andere Schönheiten
Flanierend sich zeigen
Freilich hab acht mutig wie du bist
Willst du deiner Liebsten ein Sträußlein
pflücken
Hoch hinauf in schwindelnde Höh
Auf unsicheren kalkigen Grund
Lockt sie dich
Vom Teufel – so wird erzählt
Als Versuchung für die Kühnheit gepflanzt
So viele sind gestürzt
In den Abgrund den Schlund
In den Tod
Wunderschön im Sonnenlicht verführerisch
Leider nicht ohne Arg und Harm
Das findet sich auch anderswo
Spiel mit dem Feuer
Wenn’s dich reizt
Aber – verbrenn dich nicht